Sehenswürdigkeiten in Astorga
Auf dem Jakobsweg durch Astorga sollten mindestens die beiden wichtigsten Baudenkmäler besichtigt werden. Die Kathedrale und der Bischofspalast.
Die Kathedrale von Astorga
Die Kathedrale ist auch bekannt unter dem Namen Santa María, denn sie ist der Muttergottes gewidmet. Der Bau der Kathedrale wurde 1471 auf dem gleichen Areal innerhalb der Stadtmauern begonnen, auf dem ihre romanischen Vorgängerinnen aus dem 11. und 13. Jahrhundert gestanden hatten. Fertiggestellt wurde sie erst im 18. Jahrhundert, was eine Mischung architektonischer Baustile mit sich brachte: Gotik im Inneren, ein im 18. Jahrhundert restaurierter neoklassizistischer Kreuzgang, barocke Türme und Außenfassade, der Portikus im Renaissance-Stil.
Die barocke Fassade zeigt ein reichgeschmücktes Retabel aus Stein mit fünf Stationen aus dem Leben Christi und eine Rosette mit Pflanzenmotiven. Darüber befindet sich das Wappen der Monarchie. Flankiert wird die Fassade von zwei Türmen, die im Inneren zwei Kapellen bilden, die sich zum Seitenschiff hin öffnen. Der alte Turm der Kathedrale wurde ursprünglich 1678 errichtet, doch wurde er bei dem Erdbeben von Lissabon 1775 in Mitleidenschaft gezogen und erst 1965 wieder vollständig aufgebaut. Der neue rosafarbene Turm wurde 1698 begonnen und 1708 fertig gestellt.
Gaudís Bischofspalast
Astorga hat die Ehre, ein Werk des weltweit bekannten spanischen Architekten Antoni Gaudí zu besitzen. Gaudí war der wichtigste Vertreter der “modernisme” genannten katalanischen Variante des Jugendstils. Nachdem der Sitz des Erzbischofs bei einem Brand 1886 zerstört wurde, beauftragte der Bischof von Astorga Gaudí mit dem Bau eines neuen Gebäudes. 1887 begannen die Arbeiten und dauerten bis 1893.
Der graue Granit stammt aus der Gegend des Bierzo in der Provinz León. Die Fassade besteht aus vier zylindrischen Türmen und ist von einem Graben umgeben. Der Portikus hat drei Bögen aus Quadersteinen, die untereinander durch Strebepfeiler getrennt sind. Gaudí wollte die Fassade mit einem fünf Meter hohen Engel krönen, woraus jedoch nichts wurde. Der hintere Teil besteht aus einer Kapelle mit Apsis und drei kleineren Altarnischen. Im Erdgeschoss befindet sich ein großzügiges Vestibül mit einer Treppe und hohen dreieckigen Fenstern, die viel Licht einlassen. Der Entwurf ähnelt ein wenig dem Palast Güell in Barcelona. Das Gebäude hat Pfeiler mit dekorativen Kapitellen und Kreuzkuppeln auf Spitzbögen aus Glaskeramik. Den Abschluss bildet ein Zinnenkranz im Mudejarstil.
1893, nach dem Tod des Bischofs Grau, legte Gaudí aus Uneinigkeit mit dem Domkapitel sein Amt nieder. Die Arbeiten am Bischofssitz wurden nach langer Ruhezeit erst zwischen 1907 und 1915 von dem Architekten Ricardo García Guereta fertiggestellt.
